Selber probieren- Fähigkeiten entwickeln- Erfahrung gewinnen

Aktualisiert: Sept 25

Rumms und schon lag die Burg in Trümmer

Lest bitte im Lehrbuch die Seiten über unsere Heimatstadt und fertigt dazu dies und jenes an.

Habt ihr euch schon einmal Gedanken gemacht wie viele Zwischenschritte es brauchte um zu dieser Lehrbuchseite zu kommen. Da gab es den der sich die Heimatstadt unmittelbar angeschaut hatte und seine Erfahrungen aus erster Hand aufzeichnete. Die sah sich dann ein Lehrbuchmacher an und bereitete sie für Lernende, also mit seinen Erfahrungen aus zweiter Hand, auf. Den fertigen Text sah dann der Pädagoge und brachte diese Erkenntnisse zwecks Lehrplanerfüllung in seinen Unterricht ein, nunmehr seine Erfahrungen aus dritter Hand. Bezweckt wurde damit pädagogisch einen Lernprozess bei den Schülern auszulösen mit dem Ziel die Heimatstadt besser kennen zu lernen und diese Erkenntnisse dem eigenen Erfahrungsschatz zugänglich zu machen…….

Mein pädagogischer Lehrmeister legte immer großen Wert Schülern viele Erfahrungen aus erster Hand zu ermöglichen. Seine Aktionen dies in der Praxis umzusetzen waren legendär.

Auf einem Markt sah ich wunderschön geschliffene und gewachste Naturhölzer. Manche waren in der Mitte getrennt, so dass eine Seite eben und glatt wurde. Andere blieben von der Form her unbehandelt.

Die Hölzer lagen gut in der Hand. Aber was die kleinen Baumeister, denen ich diese Art Bausteine aufschwatzte, am meisten ärgerte: Die Dinger ließen sich nicht so einfach aufeinander legen. Im Gegenteil es musste genau durchdacht werden was sich womit und vor allem wie zusammenfügen ließ.





Dieses Spielen unterschied sich schon sehr von dem mit den gleichmäßig geschnittenen quaderförmigen Holzklötzchen oder erst von den Bausteine, die sich durch ein ausgeklügeltes System von Stück und Gegenstück zusammenstecken ließen.

Meine Naturbauteile verlangten dagegen einiges an Ideen, ein Hineindenken, Probieren und auch ein großes Maß an Frustpotential.

Mitten im schönsten Gestalten stürzte der ganze Komplex mit Getöse ein. Die kleinen Baumeister hatten soeben einige Grunderfahrungen in Statik gewonnen.

Ganz nebenbei und doch so wichtig für das Leben im 21. Jahrhundert vollzog sich eine Schulung von Grundfähigkeiten, wie Durchhaltevermögen, Ausdauer, den Willen ein Ziel zu erreichen, Phantasie und Kreativität. Alles Fähigkeiten deren Schwinden wir im Alltag sehr beklagen.

Ein Tag im Wald machte das später noch deutlicher. Die Kleinen bauten mit Eifer Höhlen, schleppten Fundholz heran, stapelten, legten, versuchten andere bessere Varianten. Die Zeit da draußen verging wie im Fluge, keines der Kinder fragte die Frage aller Fragen: „Und was soll ich jetzt machen?“ Fast handgreiflich war dagegen eine Atmosphäre spürbarer Zufriedenheit.

Um jetzt keine pädagogisch ideale Modellvorstellung zu verbreiten.

Standen später alle drei Arten der Bausteine Natur, Quaderhölzer oder Stecksysteme zu Verfügung, griffen die Kinder keineswegs sogleich nur auf die Naturhölzer zu…

Ja, ja aber wozu gibt es denn uns kluge Erwachsene, vorausdenkende Pädagogen und liebende Eltern.

Übrigens an einer Schule ganz in meiner Nähe erkundeten die Schüler ihre Heimatstadt auf ganz besondere Weise. Jeden Tag von einem anderen Ausgangspunkt startend, wurde ihr Lebensmittelpunkt Stück für Stück erwandert und binnen einer Woche war die Stadt in ihrer ganzen Größe einmal umrundet.- jede Menge unmittelbare Erfahrungen aus erster Hand.

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Erreichbarkeit:

Mo. bis Fr.: 8 - 18 Uhr

Tel. 015153327327

jens-bitterlich@posteo.de

baerbel.bitterlich@posteo.de

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