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Jenaplan to go- in kleinen Happen- leicht verständlich

B 3 Handwerkszeug/ Methodenkoffer – Wie geht Jenaplan praktisch

Teil 1 Überlegungen

Ein Gespenst geht wieder um und obwohl es die Hundert schon längst überschritten hat geistert es mit frischer Kraft durch die schulischen Landschaften: „Der beste Lehrer ist der, der es versteht sich überflüssig zu machen!“ Nun musste der Urheber dieser Weisheit, ein Herr Gaudig, damals die Umsetzung den Menschen zur Aufgabe stellen. Heute hilft die Technik wie die Aktualitäten und hektischen Schlussfolgerungen der großen Macher zeigen.

Lasst uns Schule grundlegend technisieren. An Stelle der Lehrer mit all ihren individuellen Menschlichkeiten tritt der objektiv programmierte, weltweit gut vernetzte Computer. Wenn sich die Heranwachsenden wieder im Lernraum Schule versammeln dürfen, tun sie es im „papierlosen Klassenzimmer“. Und die ehemaligen Pädagogen mit dem Entwicklungsvorsprung? Nun sie sind jetzt die modernen Systemtechniker, der Lehrertisch, an dem sie wie festgewachsen sitzen, wird zum „Roomserver“-„ Herr… mein Programm geht net auf“. Das lässt sich doch schön weiterspinnen. Gefragte Leute sind die ehemaligen Biologielehrer als Experten für die Maus (wird anders geschrieben klar) und kennen sich doch leidlich mit Viren aus. Die ehemaligen Geschichtslehrer

sind gut zum Thema „Trojaner“ zu gebrauchen. Das klingt sicher etwas „daneben“ nur fühlen sich solche Gedanken, wenn sie die Grenze vom sinnvollen Hilfsmittel in die Ausschließlichkeit überschreiten, auch als pädagogisch völlig daneben an.

Die Lernprogramme vernetzt, technisch brillant umgesetzt, didaktisch aufbereitet und und und vermitteln Wissen und Wahrheiten ,die andere gemacht haben, nicht jedoch die Schüler selbst. Stopp hier, dieser Diskussion muss sich ohnehin aktuell jeder der mit Schule zu tun hat stellen und eigene Antworten finden.

Teil 2 Wir Pädagogen



Pädagogen treten nach dem Jenaplankonzept für ihre Anvertrauten in Aktion, ganz menschlich und ganz verschieden. So wie sie glauben es die Situation, vor Ort eingeschätzt, erfordert.

Sie stehen mal lehrend im Vordergrund, mal wachen Auges und Ohrs im Hintergrund.

Sie regen leise, beratend an und geben sich in anderer Situation enthusiastisch, regelrecht befeuernd.

Und sie haben bei ihren Planungen die Gesamtpersönlichkeiten der Heranwachsenden vor ihrem geistigen Auge.

Es braucht altersgemäße Inhalte hieß es im vorherigen Beitrag. Nun wollen wir ergründen, wie sich diese nach den Anschauungen des Jenaplankonzeptes umsetzen lassen und dazu dessen pädagogische „Werkzeugkiste“ weit öffnen.

Ganz einfach zunächst, bevor es mit einem fachübergreifenden Thema richtig praktisch wird, muss gut vorgeplant werden. Bitte die „Habe ich die Zeit überhaupt?“ Diskussion jetzt erst einmal außen vor lassen.

Auch wenn ich die wahrscheinlich beschrittenen Wege meiner Gruppe nicht alle im Voraus kenne, liegt über dem Ganzen ein Ziel. Deshalb machen wir das jetzt überhaupt. Es geht um Lerninhalte, die für Weiteres benötigt werden. Da ist etwas viel Umfassenderes gemeint als: „ Der Lehrplan muss erfüllt werden.“

Im hier vorgestellten Konzept geht es um die jungen Menschen selber, welche Entwicklungsphasen sie gerade durchlaufen, brauchen sie für das Erreichen der nächsten Stufe innere Bilder oder kann schon abstrakter vorgegangen werden?

Was lebt da gerade in den jungen Menschen? Was geht in dieser Individualität Mensch gerade vor und wie verhält sie sich in einer Lerngruppe? Auch die Welt des pulsierenden Lebens, um die Heranwachsenden herum, ist genau zu bedenken. In welchem Umfeld leben sie, welche Alltagserfahrungen können in das pädagogische Tun einbezogen werden? Wo vollziehen sich gerade Veränderungen? Wie können eigene Grenzen lernend und erfahrend überschritten werden?

All diese Bereiche müssen bei einer Themenauswahl immer wieder bedacht und angesprochen werden. Die Didaktiker nennen das „Pendeln“ und planen im Verlauf der praktischen Umsetzung regelmäßig Zeit für die Besprechung des aktuell erreichten Zwischenstandes ein.

Ein oft vernachlässigter Erfolgsgarant für eine solche Form schulischer Arbeit ist sich die nötige Zeit zu nehmen das Thema klar und verständlich zu formulieren. Noch besser wenn es gelingt in den Thementitel schon selbst eine gewisse Spannung zum Hineinbegeben zu erzeugen, vielleicht in Form einer Behauptung. Auf diese wird dann zum Ende des Arbeitsprozesses mit entsprechenden Fakten eingegangen und ein klares Fazit gezogen.

Teil 3 Lerngruppenarbeit



Jenaplan bedeutet praktizierte Gruppenarbeit. Das bedeutet auch sich einander zu helfen. Nicht gemeint ist dem Mitmenschen sein Problem abzunehmen.

Das gilt im Übrigen auch für uns, die stets hilfsbereiten und immer aktiven Pädagogen. Oft laufen wir die gesamte Zeit ohne Unterlass von einer Gruppe zur anderen, raten, schlichten, helfen, beantworten jede Frage. Wie oft besteht die Gefahr eine gesunde Grenze pädagogischen Handelns

zu überschreiten. Der bekannte Montessorispruch: „Hilf mir es selbst zu tun!“ wird dann zum „Löse das Problem für mich!“

Arbeitsgruppen sind kleine soziale Einheiten wo, wenn es pädagogisch richtig läuft, Wissen, Fähigkeiten vernetzt werden, eine echte Arbeitsteilung erfolgt und Verantwortung für das eigene Tun und das der Gruppe übernommen wird.

Das funktioniert von allein?- eher nicht! Es braucht Zeit und Schulung der Gruppenmitglieder in ihren Verantwortungsbereichen durch den erwachsenen Menschen mit Erfahrungsvorsprung und pädagogischer Kompetenz.

Vor Beginn gemeinsam festgelegte Standards, wie zum Beispiel: „Ein gut gestalteter Themenhefter sieht so aus:..“ bilden die notwendigen Qualitätseckpfeiler.

Die Krönung der Themenbearbeitung durch die Gruppen ist die Vorstellung, Diskussion und Einschätzung der Ergebnisse vor allen und kein irgendwie noch zu absolvierendes Anhängsel.

Hier heißt es Zeit zum Üben und Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Dann sollte aber nicht schon das nächste Thema an die Tür klopfen. Das Alte sollte nachbesprochen, gerundet und abgeschlossen werden. Erst dann ist der Weg ins Innere zur Schatzkammer neuer Lebenserfahrungen aus denen späterer Nutzen gezogen werden kann, frei.


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Erreichbarkeit:

Mo. bis Fr.: 8 - 18 Uhr

Tel. 015153327327

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